Prättigauer Höhenweg + Silvretta (mit Julia)

Malans - Älpeli - Schesaplana-Hütte - Drusenfluh - Tilisuna-Hütte - Gargäller Joch - Sunnistafel - Rätschenhorn - Schlappin - Seetal - Silvretta-Hütte - Klosters

Ausnahmsweise mal ein Eintrag auf Deutsch: diese schöne Tour durfte ich mit Julia machen, ich hatte ihr schon länger mal versprochen was schönes in den Bergen zu machen. Nach einigem hin und her fiel die Wahl aufs Bündnerland: die Tour startet im Rätikon, dem westlichsten Bereich der Ostalpen, und endet im Silvrettagebiet.

Tag 1. Wir sind morgens mit dem Zug von Luzern nach Landquart, und von dort mit dem Bus nach Malans gefahren, wo wir einen ersten Teil des Anstiegs mit der Seilbahn bewältigt haben. Von dort sind wir noch bis zu Schesaplana-Hütte unterhalb des gleichnamigen Gipfels gelaufen. Eine schöne kleine SAC-Hütte, bewirtet von netten Leuten. Es gibt Älplermagronä.
Tag 2. Nach der ersten Nacht fühlen wir uns angekommen auf den Bergen. Um 8 Uhr gehen wir los, es ist schon recht warm um diese Zeit. Die Landschaft wirkt einsam, aber sehr schön. Keine Bäume, nur weite Bergwiesen, eingerahmt zu unserer Linken von der Schesaplana, und vor uns durch die mächtige Drusenfluh, die wir am frühen Nachmittag erreichen. Nach einer Pause passieren wir die Caschina Hütte. Julia wäre hier gerne eingekehrt, aber ich dränge darauf weiter zu marschieren um "das Programm zu halten". Naja, war sicher nicht die klügste Entscheidung dieser Tour: ist noch ein rechter Gewaltmarsch geworden. Wir schaffen es trotzdem bis 18:00 bis zur Tilisunahütte, auf österreicher Seite

Tag 3. Es wird wilder und einsamer, wir treffen heute kaum auf andere Leute. Wir kommen früh wieder auf Schweizer Gebiet, bleiben aber - wie auch die nächsten Tage - in Grenznähe. Wir passieren zunächst Ronggspitz und Gargäller Joch. Hinter dem Joch ist ein kleiner Schmelzwassersee, wir nutzen die Abkühlung, es sind gut 30 Grad. Die Abkühlung ist sehr kalt! Wir gehen noch etwas weiter, steigen dann aber in Richtung St. Antönien ab und übernachten auf der Sunnistafel. Es ist noch relativ früh, und sehr sonnig. So lassen wir uns einige Biere und - erneut - hausgemachte Älplermagronä schmecken.
Tag 4. Heute steht der höchste Berg der Tour an: das Rätschenhorn mit 2703m. Es verspricht eindrücklich zu werden, schon von unten. Wir sind bereits vor dem Mittag oben, und können uns oben etwas Zeit lassen den Ausblick auf das zentrale Bündnerland zu genießen. Den Nachmittag beschließen wir dann in einem langen Bogen oberhalb von Klosters-Dorf in Richtung Schlappin, einem kleinen Dorf in einem tief eingeschnittenen Tal.
Tag 5. Es wird anspruchsvoll: nach einem langen Zustieg durch das einsame Schlappintal erreichen wir das Silvrettagebiet. Zwischen uns und dem zu erreichenden Seetal liegt die Schijenfurgga. Es ist ausgesetzt, teilweise mit Seilen gesichert. Wir meistern es gut, und legen auf der anderen Seite eine kleine Pause ein, wo wir unseren letzten Schluck Rotwein zur Stärkung zu uns nehmen. Wir passieren den See mit Namen "See" und die nahe Seetalhütte, ein sehr schönes Biwak. Jemand sitzt dort und liest Zeitung. Nun müssen wir nochmal ganz runter ins Tal, um wieder 600m hoch zur Silvretta-Hütte zu gehen. Das ist anstrengend!
Tag 6. Letzter Tag und Abstieg. Von der Hütte gehen wir über Sardasca und Monbiel bis nach Klosters, um mit der Bahn zurück nach Luzern zu fahren. Es war eine schöne Woche!

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